Der Wunsch die Lofoten auf einer Yacht, sozusagen auf eigenem Kiel zu erkunden, ergab sich, nachdem ich zum dritten Mal in Norwegen segelte. Zum Beispiel von Bergen zurück durch die Fjorde. Vorbei am 597m hohen Pregestolen nach Deutschland (Heiligenhafen) war ein Erlebnis welches man nie vergisst. 
Also 2005 soll es sein.
Zuerst werden Informationen eingeholt:
• Aus dem Internet (www.destination Lofoten) usw. • Hanse Nautic (www.hansenautic.de) = 100 Häfen in Norwegen, Lofoten Nordmeerküsten (Bildband und Land-Infos) • Von EGO Yachtcharter die Yachten mit Start von Bodö aus. Die Schiffe, eine Beneteau Oceanis 361 für mich und meine Crew und eine Bavaria 38 für meinen Freund Hans Dieter und seine Crew. • Die Flüge von: Düsseldorf - Oslo Oslo – Bodö und zurück wurden über Internet gebucht
Folgend Wetterfakten (im Mittel - Langzeitbeobachtung): Juni Regen ~ 90mm Temperatur ~ 10° August Regen ~125mm Temperatur ~ 17°
Die Übernahme der Yachten am Nachmittag, mit Herman Hansson, verlief ohne Probleme. Alle Wünsche zu noch fehlenden Teilen wurden umgehend erfüllt. Das Einkaufen verlief ohne Anstrengungen da in Bodö alles in der Nähe liegt.
Am nächsten Morgen legten wir bei mäßigem Wind ab, an der Insel Landegode vorbei Richtung Reine(Moskenesøy). Die 55sm über den Vestfjord sind bei mäßigem bis frischem Wind gut zu segeln. Jedoch, siehe „Den Norske Los 5“, ist bei Starkwind/Sturm und Strom gegenan, in bestimmten Gebieten mit sehr hohen Wellen zu rechnen. In Reine, an einem kleinen Schwimmsteg (der Tidenhub beträgt im Mittel 2-2,5m), haben wir festgemacht und sind zum Reineinken, ca. 500Meter hoch geklettert. Dieses steile kraxeln und rutschen sollte man wenn es eben geht durchstehen! Der grandiose Ausblick, tief unter uns liegt Reine, entschädigt jeden für die Anstrengungen und es ist eine bleibende Erinnerung. Die Berge der Inseln Moskenesøy, Flakstadøy, Vestvågøy, Gimsøy und Austvågøy wirken von Weitem wie eine zusammenhängende Gebirgswand „Die Lofotenwand“ und egal von welcher Richtung wir uns ihr nähern, zieht sie uns in ihren Bann. 
Nach dieser Wanderung frischte ein kalter Wind auf 7-8bft auf. Das ist hier so, sagte man uns. So verzurrten wir die beiden Yachten auch zu einer alten Pier damit wir den kleinen Schwimmsteg nicht wegdrückten. Die Nacht war trotzdem sehr unruhig. Am anderen Morgen legte sich der Spuk, das ist hier so und ließ uns dann auch die ganzen weiteren Segeltage in Ruhe.
Bei Sonnenschein ging es weiter Richtung Flakstadøy, zum Nusfjord. Also einem weiteren Höhepunkt unserer Reise. Dieser kleine, von hohen Bergen umrahmte Fischerort zählt heute zum Weltkulturerbe.
Die Synthese aus schroffen Felsen, türkisblauem Meer, Trogtälern und idyllischen Fischerorten hat schon auf viele Maler und Dichter eine Faszination ausgeübt, der auch wir uns nicht entziehen können.
Keine dieser sieben Hauptinseln des Archipels ist der anderen gleich. Jede für sich überrascht mit immer neuen Perspektiven und Eindrücken.
Das diese phantastische Landschaft, die in Europa, ja sogar auf der ganzen Welt einmalig ist, wird nicht nur in den Büchern richtig beschrieben, auch wir stimmen dieser Meinung voll zu. Den Stockfisch kann man im August nur noch in den Lagern sehen. Den Geruch aber nimmt man irgendwie Allerorten war. Auf geht es, zum Zwischenstopp in Ballstad. Hier wird (und nicht nur hier), statt durch den Hafenmeister, die Hafengebühr für Strom und Wasser (z.B. 80-120Nkr) einfach im Kuvert mit Schiffsnamen, in einen Briefkasten gelegt.
Danach geht es weiter nach Kabelvag zu einem kleinen Hafen, weil die Nachbarcrew und ich tauchen wollen. Die Nachsaison hat schon begonnen?... oder auch nicht, die Tauchbasis hat aber zu. Das ist sehr ärgerlich, weil ein Tauchgang in diesen Gewässern ein Höhepunkt sein soll. Fischreich….usw.. Dafür gehen wir gefrustet essen und trinken. Das Restaurant am Steg, wo wir auch die Hafengebühr abgeben, ist wirklich sehr gut und entschädigt uns für den Tauchgang an Land. Am nächsten Tag besuchten wir, der E10 folgend (Kong Olavs Veg), die 1898 erbaute Lofoten Kathedrale. Diese ist ganz aus Holz und für 1200 Besucher(Sitzplätze!) ausgelegt. Leider war diese verschlossen (Nachsaison ?) Über den Bergen ergossen sich immer mehr Wolken vom Nordmeer kommend über Kabelvag, jedoch regnete es nur ein bisschen. Wir legten dann ab, für eine kurze Distanz nach Svolvaer. Die „Hauptstadt“ der Lofoten empfing uns auch mit tiefen Wolken, aber ohne Regen. Das wäre auch kein Problem, da beide Yachten eine Kuchenbude haben, außerdem kuschelige Betten und funktionierende Heizungen. Die wir meistens nur Abends auchten. Die Temperaturen an Land waren in der Regel bei Sonne ca. 20-22°C. Auf dem Wasser ca. 15°C. Also beim Segeln war volle Garderobe angesagt, locker geöffnet. In Svolvaer wurde gebunkert und spazieren gegangen. Abends auf der Pier, werden die Steaks für das Abendessen auf den im Norden bekannten Einmalgrill gelegt…bei rationiertem Bier.
Der Trollfjord ist das nächste Ziel. Auch ein „Muß“ bei den Touristen so dachten wir auch. Haben aber keinen „besonderen“ Fjord gesehen. Die sind alle schön. Nun ja, die Hurtigrouten fahren durch den engen Eingang dann ist das wohl der Reiz. Aber auch Ausflugsboote fahren hier hin und es wird fotografiert bis zum Abwinken. Ich vermute, dass es im Frühjahr bei noch schneebedeckten Bergen sehr viel reizvoller ist. 
Den Ankerplatz oder Steg „Diggermulden“ beim Kaiserwarden (Kaiser Wilhelm der 2. war hier) haben wir nicht genommen. Zu klein und ungeschützt. Ab hier hatten wir nur noch Sonne. Es konnte nicht besser sein. Brettesnes, eine Bucht mit Pier und Steg war für die Übernachtung besser geeignet und wir machten einen ausgiebigen Spaziergang. Der nächste Tag bei der Überfahrt zum Festland wurde wieder zum Angeln genutzt. Aber nur kurz. Hier geht es wie folgt: Angel raus, 3mal zupfen, Biss. Fisch(Lachs) vorsichtig einholen denn der ist in der Regel 80-90cm groß. Für eine 6 Personencrew allemal ausreichend. Daher erst nach dem Verzehr und wenn alle wollen und die wollen, den nächsten fangen. So schmackhaft gut habe ich noch keinen Lachs gegessen. So frisch und selbst roh schmeckt und riecht dieser auch nicht nach Fisch!
Der Tipp von Herman, die Bucht „Straumshavn“ (68°06,6’N 14°22,5’E), auf Hamarøy zu nehmen war spitze. Hier liegt man absolut ruhig vor Buganker und kurzen Heckleinen zum Land. Am Abend und am nächsten Morgen wird in der Plicht gegessen. Baden, stimuliert durch den Sonnenschein und Strandnähe, kann man auch(15°-16°C). Man fühlt sich dann frisch für den ganzen Tag. Leider geht es dann weiter nach Skutvig südlich Hamarøy im Ökssundet. Vor der Einfahrt in den Sund nehmen wir Abschied von der Lofotenwand, noch schwach sichtbar am Horizont.
In der Literatur wird dieser Teil, die Festlandseite des Vestfjordes, als nicht so interessant bezeichnet. Ich bin da anderer Meinung. Die zum Teil schärenhaften Gebiete und Fjorde sind auch sehr schön und bei schlechtem Wetter die bessere Alternative nach Bodö zu kommen. 
Sicherlich bedingen die engen Fahrwasser und Schären eine genaueste Navigation. Erst recht da die Seezeichen z. T. als Stangen anders aussehen als beschrieben wenn sie denn da sind oder verrostet gerade aus dem Wasser schauen. Die Norwegischen Seekarten sind sehr genau und gut. Die Darstellungen sind gewöhnungsbedürftig und zum Teil sehr klein, daher also 2 mal hinschauen. Mit Plotter, GPS und Peilungen geht es aber recht gut!
Es geht weiter durch den Skjettenfjorden nach Bogen, nördlich auf Flöylandet. Unweit der Brücke nach Engelöy. Die Hafenabgabe am Schwimmsteg beträgt umgerechnet 8,50¤ !!! Für Wasser und Strom. Die Lufttemperatur liegt trotzdem bei 22°.
Am nächsten Tag geht es südwestlich durch den Flagsund später auf Süd gehend nach Hellnessund. Hier in dem ruhigen Hafen liegen nur 3 Segelyachten. Nach Norden heraus dann auf Süd verlassen wir bei Sonnenschein am nächsten Tag den schönen ruhigen Hafen. 
Wir motoren, schon wieder mal mangels Wind in Landnähe, da der Wind aus Ost kommt. Jedoch in Höhe der Fjorde und bei tieferen Einschnitten ist Segeln angesagt. Aber Achtung, da kommen Böen die ein schnelles Reffen fordern, zumindest bei der Genua.
Der Kurs ist auf einen der schönsten Fischerorte, jetzt Museumshafen Kjerringöy im Kalsöyfjord, gesteckt.
Die in der Nähe liegende Stadt Bodö hat zur Folge, dass immer mehr Wochenendhäuser diesem Ort etwas das Flair nehmen. Hier konnten wir nur zum Teil das Museum besichtigen, eine Tür stand offen, es ist ja Nachsaison. So nehmen wir auf einem letzten Segeltag mit etwas Wehmut und Reff II Kurs auf Bodö. 
Dieser Törn mit dem in diesen Breiten doch unerwartet schönen Wetter, ist einer meiner Schönsten, wenn nicht der schönste Törn gewesen.
Es lohnt sich auf jeden Fall noch einmal hier zu segeln, ohne Meilen zu machen, denn es gibt noch viele Buchten und verschiedene kleine Häfen und Sehenswürdigkeiten. Aber es sollte Saison sein sonst ist alles zu…oder so.
Hans - Jürgen Körner Gütersloh
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