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Unser Balearen-Törn - Juni 2004

Donnerstag, den 12. November 2009 um 21:52 Uhr

Der Transfer holte uns alle acht mit einem Bus pünktlich vom Flughafen in Palma ab. Ankunft Porto Pollensa am Hafen um 10 Uhr, herrliches Wetter und ein leichter Wind aus Östlichen Richtungen. Die Basis im Hafen von Pollensa ist recht familiär und wird von Cecilia und Claus geleitet. Beide sind sehr kundenorientiert und wir fühlen uns sofort in guten Händen. Das Schiff ist noch nicht fertig, wir gehen auf einen Kaffee in das Städtchen und spannen uns erst mal von der kurzen Nacht und dem frühen Flug aus. So lassen wir den Vormittag erst mal gemütlich ausklingen.

Danach gehen Elke, Axel, Berthold und Harald zum Einkaufen für die nächsten Tage im nächsten Supermarkt. Die Basisleiterin Cecilia holt uns freundlicherweise dort nach einem Anruf mit ihrem Wagen ab, so dass wir den Proviant sehr einfach zum Hafen bekommen. Schnell wird alles an Bord verstaut. Auf dem Tisch wartete ein schöner Willkommensgruss (rot und flüssig) auf uns.

Später erfolgt die Schiffsübergabe mit Claus, Skipper Harald und Co-Skipper Jürgen. Bis auf einige Kleinigkeiten, die von Claus auch umgehend gelöst wurden, gab es von unserer Seite keine Beanstandungen am Schiff. Es war eine ELAN 431 mit dem Namen "Pepito mi Corazon", was soviel heißt wie "Josefchen mein Herz". Das Schiff hatte 8 Kojen in 4 Kabinen sowie drei Bäder und befand sich in gutem und sauberem Zustand. Da ein sehr angenehmer Wind herrschte, waren natürlich alle darauf erpicht sofort auszulaufen. Wir verließen um 17.30 Uhr für einen Probeschlag den Hafen von Pollensa. Am Wind kreuzten wir die Bucht Richtung Osten auf und gewöhnten uns an das Schiff. Jeder durfte mal ans Ruder und machte einige Probemanöver, Wenden, Halsen usw.

Es hat soviel Spaß gemacht, dass wir beinahe die Zeit darüber vergaßen. Nach einem Blick auf die Uhr um 19.10 halsten wir und machten uns mit leichtem achterlichem Wind auf den Weg zurück wieder in den Heimathafen der "Pepito mi Corazon".

Zurück im Hafen suchten wir nach einem Spaziergang durch den Ort ein nettes Lokal auf, das uns von unserer Basisleiterin empfohlen wurde und nahmen ein vorzügliches spanisches Mahl ein. Der Wein schmeckte ebenfalls hervorragend.

Am nächsten Morgen ging es noch etwas chaotisch zu im Schiff, bis jeder auch den letzten Stauraum für seine persönlichen Sachen gefunden hatte. Wir legten ab und motorten 2-3 sm mangels Wind aus der Bucht von Pollensa. Um 13.50 Uhr setzten wir Segel mit 2-3 Bft. Wind aus NE und machten gute Fahrt. Eine leichte Dünung aus SE wollte jedoch nicht so richtig zum Wind passen. Wir wollten bei diesen Windbedingungen die Überfahrt nach Menorca sofort angehen, denn man weiß ja nie wie die Bedingungen sich weiterentwickeln. Der Wetterbericht sagte gutes Wetter voraus und wir hatten optimale Bedingungen. Berthold war ab nun hauptsächlich für die Navigation zuständig, auf eigenen Wunsch. Von Cap Formentor setzten wir Kurs ab Richtung Ciutadella auf Menorca.

Als wir bereits einige sm aus der Bucht hinausgesegelt waren, flaute der Wind ab und wir nahmen einen kleinen Imbiss ein. Die Flaute dauerte jedoch nicht lange und bald hatten wir einen SE-Wind der Stärke 3, der nun auch besser zum Seegang passte. Wir machten gute Fahrt und der Wind nahm langsam an Stärke zu. Reffen war angesagt, als er auf 4-5 Bft. anstieg. Dies ging mit dem Patentreff auch zuerst mal schief, als sich die Rutscher vom Grossegel in der Nut verklemmten und das Vorliek nicht mehr dichtgeholt werden konnte. Da bei einigen die Gesichter etwas ängstlich dreinschauten, ließ der Skipper die Segel kurzfristig komplett streichen bis wieder etwas Ruhe und Selbstvertrauen einkehrte. Danach setzten wir erneut Segel, diesmal mit dem ersten Reff und nun lief das Schiff mit derselben Geschwindigkeit aber etwas aufrechter und weniger luvgierig. Nach einer wunderbaren Überfahrt kamen wir um 20.30 Uhr in Menorca im Hafen von Ciutadella an und machten beim Club Nautico neben 2 Bavarias 38 im Päckchen längsseits fest.

Nach uns kamen die Fähren noch in den Hafen geummt, was bei der Enge im Hafen sehr beeindruckend war. Der nächste Tag war fast ausschließlich geprägt vom Training (anlegen, ablegen) unter Maschine mit der ELAN 431 im Hafen von Ciutadella. Die 5 SKS-Anwärter mussten hier ganz schön schwitzen. Als wir nach dem Frühstück das Dingi bereit machten für die, die gerade nicht Anlegen übten, hatten wir etwas Probleme mit dem Außenborder. Nachdem Axel als Motorfachmann sich bereitwillig der Zündkerze angenommen hatte, fiel doch plötzlich wie von Geisterhand, die Motorabdeckung des Außenborders ins Wasser (der provisorisch angeachte Sicherungsdraht war geochen) und verschwand langsam aber sicher in der Tiefe des Hafenbeckens. Wir motivierten unseren Sporttaucher Berthold sich seine Flossen anzuziehen und sich in das leicht ölige Hafenwasser zu begeben. Eine kleine Bestechung mit einer Dusche im Club Nautico half da etwas nach. Er hatte die Motorabdeckung dann auch bald aus ca. sechs Meter Tiefe geborgen und Axel atmete erlöst auf. Um 17.00 Uhr hatte der Hafenmeister dann keine Geduld mehr mit uns und verlangte entweder Liegegeld oder wir sollten umgehend den Hafen verlassen. Wir nahmen das Dingi auf und legten sofort ab. Der weitere Verlauf des Abends führte uns in die Bucht Santandria, die der Skipper kannte und die uns bei Südschwell guten Schutz bot. Stephan fuhr das Ankermanöver und wir steckten ca. 25 Meter Kette. Elke und Stephan achten die Landleine über das Heck aus und sicherten uns an einem großen Stein. Nach einem Badeerlebnis in klarem türkisfarbenem Wasser und einem sehenswerten Sonnenuntergang kochte uns Axel ein schwäbisches Gericht an Bord. Dazu gab es einen gut gekühlten Chardonnay der hervorragend schmeckte. Nach dem Essen motorten wir mit dem Dingi in das Lokal "Sa Nacra" am Ende der Bucht von Santandria. Sa Nacra ist eines von den Lokalen, die in eine Höhle gebaut sind mit einer Terrasse direkt zum Wasser. Das Dingi schaukelte direkt an der Leiter zum Lokal und wir redeten uns die Köpfe heiß bei weiteren Weißwein Bestellungen. Am nächsten Morgen waren die Köpfe dann nicht mehr ganz so heiß, sondern eher etwas schwer.

Nach dem Frühstück ging es ans Ablegen und raus aufs Meer. Wir trainierten MOB mit Motor von 11.30 Uhr bis 13.45 Uhr. Der Wind war ohnehin schwach und somit war es o.k. mit dem Motortraining. Nachmittags passierten wir Cap Dartuch mit seinem schwarz-weiß gestreiften Leuchtturm. Nach einem kleinen Imbiss setzten wir Segel bei Wind aus SE. Manövertraining unter Segel war angesagt. Wenden, Halsen, Wenden, Halsen ... bis zum Erechen.

Danach nahmen wir um 16.30 Uhr die Bucht von Son Saura voraus und ankerten auf 4 Meter Wassertiefe mit einem Ankermanöver unter Segel. Der Graf von Saura hat hier seinen Landsitz und wir genossen die wunderschöne Bucht sowohl vom Schiff aus, als auch von Land ( 21° Wassertemperatur). Um 18.15 Uhr gingen wir Anker auf, legten unter Segeln ab und steuerten die Bucht von Gala Galdana an, die mit Ihrem Hotelkomplex zwar sehr touristisch ausgeprägt ist aber bei SE-lichen Winden eine der wenigen Möglichkeiten zum Ankern an der Südküste Menorcas darstellt. Nachdem die Landleine ausgeacht war gingen Elke, Axel und Harald mit dem Dingi zum Einkaufen. Danach kochte Harald zum Abendessen an Bord Spaghetti mit Tomatensauce, dazu gab es gemischten Salat und einen feinen Spanischen Roten. Am nächsten Tag ging es früh los, denn wir wollten die Überfahrt nach Mallorca bis weit in den Süden ausdehnen, um am Donnerstag noch Zeit für Manövertrainings zu haben. Als Ziel nahmen wir uns Porto Petro vor . Wir legten trotz der guten Vorsätze dennoch erst um 11.00 Uhr ab, setzten Segel und mit achterlichem Wind ging es Richtung Süden.

Die Überfahrt verlief relativ ruhig, wir hatten meist östliche Winde und die schoben uns mit angenehmen 5-6 Knoten in Richtung SW an Porto Christo, Porto Colom und Porto Petro vorbei. Die leicht achterliche Welle wurde leider nicht von allen gut vertragen. Um 20.30 Uhr entschlossen wir uns um das Cap von Salinas herum weiter zu segeln bis mindestens La Ràpita, um einen Nachtschlag zu erleben. Als es dunkel wurde, war Ölzeug angesagt und wir legten die Lifebelts an. Eine herrliche Vollmondnacht bescherte uns einige romantische Stunden. Das Mondlicht war so hell, dass wir die Instrumente auch ohne Beleuchtung ablesen konnten. Es war ein wunderschönes Dahingleiten mit den Spiegelungen des Mondes in den Wellen. Um 00.15 Uhr hatten wir dann das Pt. Salinas mit seinem Leuchtturm an Steuerbord querab und nahmen kurz danach Kurs auf unseren Zielhafen. Die Welle legte sich bald, wir hatten noch eine Weile eine leichte Brise aus SE und segelten weiter auf Backbordbug. Um 01.00 Uhr bargen wir (Gaby, Jürgen und Harald) die Segel, da der Wind mehr und mehr nachließ und motorten die restlichen 6 Seemeilen bis La Rápita. Bei klarer Sicht in dieser Nacht war auch die Hafeneinfahrt bald gefunden und wir legten um 02.15 Uhr an der Gästemole an. Nach einem Anleger (flüssig) ging es dann auch bald in die Koje. Am nächsten Morgen eine tolle Dusche, ein kurzes Frühstück bei La Cantina und wir legten ab. Manövertraining stand mal wieder auf dem Programm. Wir legten ab und wir legten an und übten Wenden im Hafen unter Motor.

Gegen 09.30 Uhr verließen wir den Hafen, setzten Segel und kreuzten aus der Bucht von La Rápita heraus. Wir refften zur Übung die Segel und machten weiteres Manövertraining, diesmal zur Abwechslung mal wieder unter Segel. MOB Manöver mit Halsen war das Zentrale Thema an diesem restlichen Vormittag. Als wir gegen 13.30 Uhr kurz vor Cap Blanco bis auf 5 Bootslängen gleichauf mit einer weiteren Charteryacht in unserer Größe liefen, packte uns der Ehrgeiz und wir legten uns ins Zeug. Axel war am Ruder und wir nahmen dem gegnerischen Boot Höhe um Höhe ab. Als die Crew der Yacht bemerkte, dass wir Ihnen auf den Fersen waren, versuchten Sie am Wind Höhe zu kneifen, aber es reichte nicht um uns in Schach zu halten. Mit der vollen Genua konnten Sie nicht ganz so viel Höhe laufen wie wir mit dem gerefften Segel. Wir passierten Cap Blanco und genossen die hohen Klippen, die in der Nachmittagssonne eine sehr interessante Kulisse darstellten. Als um 15.00 Uhr der Wind einschlief, warfen wir den Diesel an und motorten den Rest bis Puerto Portals. Dort sollte die Prüfung am Freitagvormittag stattfinden. Einige dunkle Wolken waren aufgezogen und drohten uns noch etwas mit Wasser von oben zu versorgen. Um 17.15 legten wir in diesem sehr mondänen Hafen an und staunten nicht schlecht was da für Schiffe lagen. Eine der gigantischen Megayachten hatte den schönen Namen „Lady Lola“. Dazu gehörte ein etwas größeres Beiboot auf dem sogar ein Hubschrauber stationiert war. Wir könnten an der Tankstelle liegen bleiben, morgens um 08.00 sollten wir jedoch wieder weg sein, sagte uns ein Hafenaufseher. Hafengebühren kassierte er allerdings keine. Wir gingen an der Promenade zum Essen in einem italienischen Restaurant und spazierten noch etwas umher. Morgens gab es nach ruhiger Nacht ein kleines Frühstück an Bord. Alle waren etwas nervös wie das vor Prüfungen so üblich ist. Der Skipper suchte nach dem vereinbarten Treffpunkt mit den Prüfern und wurde bei der Segelschule im hinteren Teil des Hafens fündig.

Um 11.00 starteten wir mit dem schwäbisch sprechenden Prüfer an Bord zu unserer Prüfungsfahrt bei 4-5 Windstärken mit einem Reff im Großsegel. Die Prüfung verlief relativ anspruchsvoll, da der Wind etwas böig war und der Prüfer sich von jedem das volle Programm zeigen ließ.

Als wir um 14 Uhr wieder in den Hafen Portals zurückkehrten, klärten wir noch den nötigen Schriftkram mit den Prüfern und machten uns dann bald wieder auf in Richtung Palma de Mallorca, wo wir unser Schiff wieder abgeben sollten. Der Wind kam jetzt aus Süd und hatte 4-5 Bft. Wir machten sehr viel Fahrt und Stephan steuerte den Raumen Kurs. Nachdem wir um 17.15 die Hafeneinfahrt von Palma passierten, beschlossen wir noch eine ausgiebige Hafenrundfahrt zu machen. Es gab dort sehr viel zu sehen. Unter anderem lag da die AIDA, das bekannte Kreuzfahrtschiff, und auch viele klassische Segelschiffe die ein wenig Seefahrerromantik aufkommen ließen. Wir tankten das Schiff noch auf und machten an einem Gästeplatz fest, wo wir uns noch mit Cecilia und Claus zur Rückübergabe trafen.

Es war soweit mit dem Schiff alles in Ordnung und wir machten uns nach einem ausgiebigen Anleger und einer feinen Dusche auf zum verdienten Landgang nach Palma.

Nach einem längeren El Arenal Rundgang hatten wir dann auch die notwendige Bettschwere für die letzte Nachtruhe auf Mallorca.

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Aktualisiert ( Donnerstag, den 12. November 2009 um 21:55 Uhr )  

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